Ich freue mich, das Ihr an Tag 2 zu mir gefunden habt. Ich hoffe, Ihr habt viel Spaß, bei Jean-Marc´s Führung und wie immer gibt es am Ende dieses Beitrags was zu gewinnen.
Hallo, mein Name ist Jean-Marc de Tiphaine und bevor ich
euch Paris vorstelle, erfahrt ihr ein wenig über mich. Mademoiselle Gemma und
ich lernten uns in meiner Heimatstadt Québec kennen, wo sie mich aus einer
schwierigen Lage befreite. Seither lebe ich bei ihr und um mich zu bedanken,
arbeite ich als Diener für sie. Mademoiselle Gemma, von der ihr gestern (Hier) schon
einiges erfahren habt, wollte zunächst nicht akzeptieren, dass ich ihr diene,
doch wir haben dann schließlich einen Weg gefunden, der uns Beiden gefiel.
Tagsüber wurde ich von einem Lehrer unterrichtet, während ich am Nachmittag für
Mademoiselle arbeiten durfte. Da mir das Lernen recht leicht fiel, beschloss Mademoiselle
Gemma mich an die Université Sorbonne zu schicken, als wir schließlich ein paar
Jahre später gemeinsam mit Madame Maddy nach Paris zogen.
Paris war ein Erlebnis für mich. Es war unvergleichlich. Die
riesigen prachtvollen Straßen, Alleen und Plätze! Die großartigen Paläste! Das
alles war fast überwältigend für mich. Mademoiselle Gemma und Madame Maddy
hatten ein großes Stadthaus am Place des Victoires für uns gekauft. Es hatte
vier Etagen und war sehr luxuriös eingerichtet.
An manchen Morgen begleitete ich die Köchin zu den
nahegelegenen Quartiers des Halles, wenn sie auf dem riesigen Großmarkt die
Besorgungen für die Mademoiselle und Madame erledigte. Der Weg zu den Quartiers
des Halles führte uns über den kreisrunden Place des Victoires, vorbei am
großen Denkmal von König XIV.
Natürlich wusste die Dienerschaft von Mademoiselle und
Madame, dass deren Speiseplan nicht aus den üblichen Lebensmitteln bestand, und
bewahrte auch diskretes Stillschweigen über diesen Umstand, aber da unsere
Herrinnen recht schnell sehr beliebt in der Pariser Gesellschaft waren und viel
Besuch bekamen, hielten sie immer ein entsprechendes Angebot exquisiter Speisen
für Gäste parat. Und so suchte ich gelegentlich mit unserer Köchin ein paar erlesene Weine aus, die die Winzer aus Bordeaux, Burgund und
dem Rhônetal in Les Halles anpriesen, half ihr, bei den Fischhändlern
Meeresfrüchte, einen Hummer oder Lachs aus der Bretagne einzukaufen, sowie
Brot, Fleisch, Käse, Kräuter und Gewürze bei den entsprechenden Verkäufern zu
erstehen. Es war jedes Mal ein großer Tumult auf dem Großmarkt, viele Händler
schrien durcheinander, um zu bekräftigen, dass ihre Ware jeweils die günstigste
und beste sei. Die Gerüche der verschiedenen Lebensmittel waren teilweise sehr
intensiv, aber ich fand das großartig. Les Halles war für mich der lebendigste
Ort in Paris.
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Fischmarkt |
Selbstverständlich gab es auch viele andere schöne Plätze.
An meinem freien Nachmittag ging ich gerne an der Seine entlang spazieren. Dort
kam man an einigen prunkvollen Palästen und Schlössern vorbei, wie zum Beispiel
dem Palais du Louvre und dem Palais des Tuileries.
Auf der kleinen Binneninsel in der Seine, der Île de la Cité,
stand die enorme Kathedrale Notre-Dame de Paris, die mit ihren beiden Türmen wie
ein Wahrzeichen über der Stadt thronte und mich jedes Mal aufs Neue
beeindruckte. Der Palast, der mir am besten gefiel, war jedoch der etwas
südlich von der Seine gelegene Palais du Luxembourg, weniger wegen des
Schlossgebäudes, sondern vielmehr wegen des dazugehörigen Parks. Er besaß viele
Bäume, wundervolle Blumenrabatte und Wasserspiele sowie etliche bildhafte
Skulpturen.
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Notre-Dame |
Gerne ließ ich den Nachmittag noch in einem kleinen
Straßencafé ausklingen und schlenderte dann abends nach Hause und genoss auf dem
Heimweg den Anblick der zahlreichen von Kerzen beleuchteten Laternen, die auf Geheiß
des Polizeipräfekten Gabriel Nicolas de la Reynie von den Bürgern allabendlich
auf den Straßen angezündet wurden.
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Paris bei Nacht |
Diese nächtliche Straßenbeleuchtung sorgte dafür, dass viele
Räuber und Banditen sich nicht mehr in die Innenstadt trauten, und war damals eine
kleine Sensation, über die Besucher aus anderen Ländern staunten. Für mich war sie eine
von vielen wundervollen Einrichtungen, die das Leben in dieser Stadt so
außergewöhnlich machten.
Ich hoffe Jean-Marc hat Euch einen Einblick in die wundervollen, ansprechenden Atmosphäre des Paris der damaligen Zeit gegeben.
Die Tour geht natürlich auch die nächsten Tage weiter hier ein Überblick alle teilnehmenden Blogs:
- Blogtag 1 - 06.01.2014 Interview mit Gemma bei "Bookrecession"
- Blogtag 2 - 07.01.2014 Jean-Marc führt durch das Paris des 17. Jahrhunderts bei "Meine kleine Welt"
- Blogtag 3 - 08.01.2014 Reale Ereignisse. Die Große Pest und der Große Brand von London bei "Lord Byrons Buchladen"
- Blogtag 4 - 09.01.2014 Vorstelleung der Nebenfiguren bei "Mein Leben"
- Blogtag 5 - 10.01.2014 Vorstellung der Schauplätze bei "Süchtig nach Büchern"
- Blogtag 6 - 11.01.2014 Momboisse stellt Sybarites vor bei "Hope Cavendish"
- Blogtag 7 - 12.01.2014 Interview mit Hope bei "Thoughts of Moon"
So, ich hoffe ihr hatte viel Spaß und danke für Eure Teilnahme. Fragen könnt ihr mir gerne per Kommentar oder Mail zukommen lassen
LG Nadine